Hadi, lass uns reden!

Jüdisches Leben in der Migrationsgesellschaft verstehen und stärken

Das Vorgängerprojekt „Hadi, wir müssen reden!“ hat wertvolle Einblicke in extremistische Ideologien und Ungleichwertigkeitsvorstellungen innerhalb der Migrationsgesellschaft ermöglicht. Dabei wurde deutlich, dass ein Thema bislang kaum ausreichend berücksichtigt wurde: die gezielte Auseinandersetzung mit jüdischem Leben und mit Formen des Antisemitismus, die in unterschiedlichen migrantischen Communities auftreten.

Um diese Lücke zu schließen, wurde das Nachfolgeprojekt „Hadi – lass uns reden!“ ins Leben gerufen. Es baut auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts auf und legt den Fokus auf einen neuen Schwerpunkt: das vielfältige jüdische Leben sichtbar zu machen und Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft differenziert zu thematisieren.


Ausgangslage und Herausforderungen

Das jüdische Leben in Deutschland ist ebenso vielfältig wie die gesamte Gesellschaft. Es umfasst sowohl die alteingesessene jüdische Gemeinschaft als auch die aus der ehemaligen UDSSR nach Deutschland migrierten jüdischen Menschen. Tatsächlich haben etwa 90 Prozent der jüdischen Menschen in Deutschland eine Zuwanderungsgeschichte und stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Migrant:innen-Communities. Gleichzeitig sind jüdische Gemeinschaften mit alten und neuen Formen des Antisemitismus konfrontiert – sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch innerhalb verschiedener Migrant:innen-Communities .

In einigen migrantischen Kontexten sind ultranationalistische Ideologien verbreitet, die antisemitische Narrative transportieren. Diese Ideologien beeinflussen die Wahrnehmungen und Einstellungen insbesondere junger Menschen. Zugleich wird jüdisches Leben häufig nur im Kontext von Bedrohungen wahrgenommen – statt in seiner Vielfalt, Lebendigkeit und Bedeutung.

Genau hier setzen wir mit unserem Innovationsprojekt an.


Unser Ansatz: miteinander reden, gemeinsam lernen, vernetzt handeln.

Das Projekt verfolgt einen integrativen und partizipativen Ansatz und passt sich mit seinen innovativen Elementen der Social-Media-Kanäle auch an die Lebenswelten seiner jüngeren Zielgruppen an.

Es thematisiert die positiven Beiträge jüdischen Lebens, beleuchtet Herausforderungen und Bedrohungen, analysiert antisemitische Narrative in unterschiedlichen kulturellen Kontexten und stärkt den interkulturellen Dialog.

Durch Workshops, Basis-Vorträge, Fachveranstaltungen, Vernetzungstreffen und Social-Media-Beiträge werden Betroffene, Multiplikator:innen und Interessierte aktiv einbezogen.
Das Projekt wird auch von einem Expert:innenrat begleitet, der Vielfalt und Fachkompetenz vereint. Er sorgt durch Evaluation und Beratung dafür, dass unsere Inhalte praxisnah, wirksam und aktuell bleiben. So wird gewährleistet, dass das Projekt nachhaltig wirkt und fachlich fundiert bleibt.


Netzwerk

Dabei arbeitet das Projekt eng zusammen mit:

  • jüdischen Gemeinden und jüdischen Organisationen,
  • kommunalen Migrantenvertretungen, Integrationsbeiräten und – ausschüssen, Integrationsbeauftragten
  • Bildungseinrichtungen und weiteren lokalen Akteuren in Baden-Württemberg

Dieses Netzwerk ermöglicht es, Sensibilisierung und Prävention breit zu verankern und gleichzeitig die Perspektiven der jeweiligen Communities einzubeziehen.


Zielgruppen

Das Projekt richtet sich insbesondere an:

  • Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationsgeschichte,
  • Erwachsene aus verschiedenen Communities,
  • pädagogische und soziale Fachkräfte,
  • die breite Öffentlichkeit.

Die Förderer

Das Projekt wird als Innovationsprojekt durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend / BMBFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und aus Mitteln der Landeshauptstadt Stuttgart – Abteilung Integrationspolitik im Referat für Soziales, Gesundheit und Integration gefördert.