Lokale Demokratie neu denken – und gemeinsam mehr bewegen.
Mehr Beteiligung. Mehr Wirkung. Mehr Miteinander.

Teilhabe, die ankommt – vor Ort in Baden-Württemberg
Warum kommunale Teilhabe?
Menschen mit Migrationsgeschichte sind Teil unserer Kommunen: als Nachbar:innen, Freund:innen, Eltern, Auszubildende, Studierende, Arbeitnehmer:innen, Unternehmer:innen, Aktive in Sport und Kultur und in vielen weiteren Rollen. Dennoch sind sie in kommunalen Beteiligungs- und Entscheidungsprozessen häufig unterrepräsentiert.
Gerade in kleineren Kommunen fehlen oft etablierte Beteiligungsstrukturen oder Ansprechpersonen. Gleichzeitig werden Fragen des Zusammenlebens, der Integration und des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort entschieden.
Was wir unter Teilhabe verstehen
Teilhabe bedeutet für uns mehr als eine Informationsweitergabe oder punktuelle Befragungen. Menschen mit Migrationsgeschichte sollen die Möglichkeit haben, ihre Perspektiven einzubringen und die Entwicklung ihrer Kommune aktiv mitzugestalten.
Dabei geht es nicht um symbolische Beteiligung, sondern um Prozesse, in denen Anregungen und Anliegen tatsächlich Gehör finden und in Entscheidungen einfließen können. Dieses Verständnis knüpft an die Beteiligungsforschung an, die seit Langem zwischen bloßer Information und echter Mitgestaltung unterscheidet.
Auch die kommunale Integrationsforschung zeigt, dass erfolgreiche Integrationsarbeit weniger von Faktoren wie Gemeindegröße oder Finanzkraft abhängt als von der Bereitschaft vor Ort, Beteiligung aktiv zu ermöglichen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Genau hier setzt „Kommunen der gelebten Teilhabe“ an.
Wir unterstützen Kommunen dabei, passende Beteiligungsstrukturen aufzubauen und dauerhaft zu verankern.
Warum das wichtig ist
Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich in kommunale Prozesse einbringen und dabei erfahren, dass ihre Perspektiven gehört werden und etwas bewirken können, entwickeln häufig auch ein stärkeres Interesse an den aktuellen Themen und Herausforderungen vor Ort. Durch die aktive Auseinandersetzung erweitern sie ihr Wissen über kommunale Zusammenhänge, gewinnen einen differenzierteren Überblick und setzen sich nicht selten auch kritisch mit eigenen Sichtweisen, Annahmen oder Stereotypen auseinander.
Beteiligung schafft damit nicht nur Wirksamkeit, sondern fördert auch gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert mitzugestalten. Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven kommen dadurch ins Gespräch, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam Lösungen für lokale Herausforderungen. So stärkt Teilhabe nicht nur die Mitwirkung von Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.
Was wir tun
Wir unterstützen Ihre Kommune dabei, Teilhabe systematisch zu stärken, Integrationsarbeit weiterzuentwickeln und verlässliche Beteiligungsstrukturen aufzubauen. Damit Demokratie nicht nur auf dem Papier existiert, sondern im Alltag gelebt wird.
Das Programm richtet sich an
Städte und Gemeinden im ländlichen Raum sowie an:
- Verwaltungen und politische Gremien
- Integrations-, Migrations(bei)räte und Integrationsausschüsse
- Migrantische Selbstorganisationen (MSOs) und Engagierte
- Alle, die eine lebendige Demokratie vor Ort aktiv stärken möchten
Was Sie gewinnen
✓ Stimmen, die zählen – besonders die, die sonst fehlen.
✓ Beteiligung, die bleibt – strukturell verankert, statt projektgebunden.
✓ Wirkung, die ausstrahlt – und Impulse für andere Kommunen setzt.
✓ Zusammenhalt, der wirkt – vielfältig, generationenübergreifend, ideenreich.
Wir unterstützen Sie mit
Workshops & Schulungen
Praxisnahes Wissen für Ihre Teams
Individuelles Coaching
Maßgeschneiderte Begleitung für Ihre Kommune
Demokratie-Sprechstunde
Beratung bei konkreten Fragestellungen
Netzwerk „Teilhabe BW“
Austausch und Vernetzung mit anderen Kommunen
Zertifizierung „Kommune der gelebten Teilhabe“
Sichtbare Anerkennung Ihres Engagements
Good-Practice-Leitfaden
Konkrete Impulse und Handlungsempfehlungen
So kann kommunale Teilhabe in der Praxis aussehen
Jede Kommune ist anders, deshalb gibt es nicht die eine richtige Beteiligungsstruktur. Die folgenden Beispiele basieren auf langjährigen Praxiserfahrungen aus unserem Netzwerk sowie der Arbeit unserer kommunalen Gremien wie Integrations- / und Migrations(bei)räten und Ausschüssen sowie eigenen Projekten.
Sie zeigen exemplarisch, wie Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte vor Ort gelingen kann. Auch kleinere Kommunen ab ca. 5.000 Einwohner:innen können diese Formate flexibel umsetzen. Wir passen Umfang und Ablauf individuell an Ihre Ressourcen vor Ort an und begleiten Sie Schritt für Schritt.
a) Unser Praxisprojekt: Die Zukunftswerkstatt Integration
Gemeinsam mit der Verwaltung, Vereinen, Ehrenamtlichen und Einwohner:innen mit und ohne Migrationsgeschichte entwickeln wir in einem strukturierten, moderierten Beteiligungsprozess passgenaue Ziele und Maßnahmen für die Integrationsarbeit vor Ort. Dieses Format setzen wir bereits erfolgreich in einer Kommune mit über 11.500 Einwohner:innen um.
Das nehmen wir aus dem Prozess mit in den Alltag
- Ein Kompass für die Zukunft
Ein gemeinsam erarbeiteter Entwurf für ein lokales Integrations-Leitbild. - Direkt ins Tun kommen
Die wichtigsten Maßnahmen und konkrete Umsetzungsschritte für die Praxis. - Zukunft gestalten
Der gemeinsame Plan für dauerhafte Beteiligungsstrukturen und feste Austauschrunden.
b) Interkulturelle Öffnung der Verwaltung & Institutionen
Damit Teilhabe gelingt, müssen auch die Strukturen vor Ort für alle zugänglich sein. Wir unterstützen Kommunen und lokale Institutionen dabei, sich interkulturell zu öffnen und eine Willkommens- und Beteiligungskultur nachhaltig zu stärken.
So begleiten wir Sie auf diesem Weg
- Verständnis schaffen
Sensibilisierung und praxisnahe Workshops für Verwaltungsmitarbeitende und politische Gremien. - Hürden abbauen
Überprüfung und Vereinfachung von Kommunikationswegen (z. B. durch leicht verständliche Sprache). - Vielfalt gewinnen
Gezielte Beratung, um Menschen mit Migrationsgeschichte für die Kommunalpolitik oder das Ehrenamt zu begeistern.
c) Mehr Teilhabe von Eltern in Schulen und Kitas
Viele Eltern mit Migrationsgeschichte möchten sich einbringen. Oft kennen sie jedoch die Beteiligungsmöglichkeiten im deutschen Bildungssystem nicht oder fühlen sich unsicher. Gemeinsam mit Schulen, Kitas und Ihrer Kommune entwickeln wir niedrigschwellige Brückenangebote.
So bauen wir gemeinsam Brücken
- Begegnung ermöglichen
Informations- und Dialogveranstaltungen (z. B. „Eltern-Cafés“) auf Augenhöhe. - Sprachbarrieren abbauen
Mehrsprachige und leicht verständliche Informationen zum Schul- und Kita-Bereich. - Vertrauen schaffen
Gezielte, persönliche Ansprache über lokale Multiplikator:innen („Brückenbauer:innen“). - Erste Schritte begleiten
Praxisnahe Unterstützung beim Einstieg in die Arbeit von Elternbeiräten.
d) Teilhabe im Sportverein
Sport verbindet. Gleichzeitig sind Menschen mit Migrationsgeschichte in vielen Vereinsstrukturen unterrepräsentiert. Wir unterstützen Sie dabei, Vereine und neue Zielgruppen zusammenzubringen.
So bringen wir Bewegung in den Prozess
- Ressourcen sichern
Beratung und Unterstützung bei der Suche nach den passenden Fördermitteln. - Angebote öffnen
Entwicklung niedrigschwelliger, bedarfsgerechter Sport- und Bewegungsangebote. - Netzwerke knüpfen
Vernetzung von etablierten Sportvereinen mit migrantischen Selbstorganisationen (MSOs) und lokalen Initiativen. - Menschen stärken
Qualifizierung und Begleitung von Übungsleiter:innen und Ehrenamtlichen mit Migrationsgeschichte.
e) Runder Tisch Integration
Ein regelmäßiges, effizientes Dialogformat bringt Verwaltung, Politik, Vereine, Initiativen und engagierte Einwohner:innen an einen Tisch. Gemeinsam werden Bedarfe erkannt und kurze Wege für Lösungen geschaffen.
Der Mehrwert für Ihre Kommune
- Kräfte bündeln
Bessere, ressortübergreifende Zusammenarbeit aller Akteur:innen vor Ort. - Ideen umsetzen
Initiierung gemeinsamer, lokaler Projekte und Veranstaltungen. - Wege verkürzen
Stärkere Netzwerke und deutlich beschleunigte Abstimmungsprozesse.
Sie haben eine ganz andere Idee?
Egal ob bewährtes Beispiel oder ganz neues Format:
Gemeinsam entwickeln wir eine Beteiligungsstruktur, die zu Ihrer Kommune passt und langfristig vor Ort wirkt.
Jetzt bewerben und mitgestalten!
Bewerben Sie sich jetzt und gestalten Sie die Zukunft Ihrer Kommune aktiv mit. Reichen Sie dazu einfach ein kurzes Motivationsschreiben ein, das folgende Fragen beantwortet:
- Motivation: Was bewegt Sie zur Teilnahme?
- Herausforderung: Welche konkreten Themen möchten Sie vor Ort angehen?
- Unterstützung: Wobei genau soll der LAKA BW Ihre Kommune begleiten?
Bewerbungen an: Frau Anita Mutvar
E-Mail: anita.mutvar@laka-bw.de
Telefonischer Kontakt: 0155 – 656 715 42
Internet: www.laka-bw.de/kommunen-der-gelebten-teilhabe/
[Bewerbungsfrist online oder schriftlich: 26.07.2026]
Gerne können Sie auch das Kontaktformular für die Bewerbung verwenden:
Gemeinsam für eine offene, vielfältige Gesellschaft – vor Ort in Baden-Württemberg.
Gefördert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Gemeinsam stark!“ Integrationsarbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in den ländlichen Räumen Baden-Württembergs stärken.
· Projektlaufzeit 01.01.2026 – 30.06.2028 ·
